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Der Kreis Greifenhagen ab 1945, die Geschichte seiner Bewohner

Mehr als 13 Millionen Deutsche verloren aufgrund des 2. Weltkrieges und seiner bis heute reichenden Folgen ihre Heimat. Die Menschen aus dem Landkreis Greifenhagen mit seinen über 60 000 zählenden Einwohnern östlich der Oder, die in einem Gesamtgebiet, das annähernd 100 000 Hektar umfasste, lebten, waren nur ein geringer Anteil, die dieses Vertreibungsschicksal erlitten. Der hinterpommersche Teil des Kreises zählte die drei Städte Bahn, Fiddichow und Greifenhagen, wobei die letztere die Kreisstadt war. Außerdem bestanden in diesem Gebiet 73 Landgemeinden. Dieses Massenaustreibung aus den deutschen Gebieten östlich der Oder und Neiße nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht kann im Ablauf der Weltgeschichte in diesen Ausmaßen den traurigen Ruhm der Einmaligkeit für sich in Anspruch nehmen. Die Flucht und Vertreibung aus dem kreis Greifenhagen begann schon in den ersten Februartagen des Jahres 1945, durch die Kriegsmaschinerie der Roten Armee gezwungen, um Leib und Leben zu retten. Sie endete im April mit der Sprengung der Oderbrücke bei Greifenhagen, den zu diesem Zeitpunkt waren die Städte und Dörfer weitgehendst von den deutschen Bewohnern entleert. Das Ende des Krieges und die Kapitulation bedeuteten für viele dieser Flüchtlinge, dass sie wieder in ihre angestammte Heimat zurückkehren konnten. Doch dies war ein Trugschluss, denn bei der Konferenz der Alliierten in Jalta auf der Krim wurde dieses Gebiet unter sowjetische Herrschaft gestellt und den Polen zur Verwaltung übergeben.

Die ersten polnischen Ansiedler kamen bereits Anfang Mai auf Initiative des polnischen Westverbandes nach Stettin und Greifenhagen. Im Juli 1945 wurde die vorläufige Demarkationslinie zwischen Polen und der sowjetischen Besatzungszone festgelegt. Sie verläuft entlang der Oder bis in Höhe von Mescherin und geht dann in Staffelde in nordwestlicher Richtung westlich an Stettin vorbei bis westlich Swinemünde, so dass auch ein Teil des vorpommerschen Kreisteils von Greifenhagen nunmehr zur polnischen Verwaltungszone wurde. Diese polnische Westgrenze an der Oder wurde im Juli / August auf der Potsdamer Konferenz der Großen Drei festgelegt. Auch die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Polen wurde in Potsdam manifestiert und trag am 04.10.1945 in Kraft. In diesem Monat Oktober erreichten die ersten Transporte von Polen aus dem Westen unseren Heimatkreis und im November verließ der erste Zug mit ausgesiedelten Deutschen den Kreis Greifenhagen in Richtung Westen. Die zu Beginn genannte Fluchtbewegung der Bevölkerung geschah auf vielen Wegen. Die Landbevölkerung machte sich mit Pferd und Wagen, Handkarren und zu Fuß auf den Weg in den Westen. Es ist bekannt, dass die Angehörigen der Feuerwehr mit den noch zur Verfügung stehenden Fahrzeugen sich in Richtung Westen absetzten und sie in Schleswig-Holstein im Ort Lütjenburg landeten. Der letzte Zug der Kleinbahn wurde über viele Stationen bis nach Niedersachsen zum Bahnhof Bramsche geleitet, und die Frauen und Kinder, Alten und Gebrechlichen wurden in der Umgebung von Engter untergebracht.

Ein sehr großer Teil der Bevölkerung fand sich hauptsächlich in Schleswig-Holstein wieder, teils über die Ostsee geflüchtet, teils mit der Eisenbahn und- wie auch immer- unter stetigen Strapazen. Es ist bezeichnend, dass die Hansestadt Lübeck im Jahre 1946 mehr Flüchtlinge aus dem Osten in ihren Mauern als alteingesessene Einwohner zählte. Desgleichen waren die angrenzenden Kreise belastet. Die Vertriebenen und Flüchtlinge in der Bundesrepublik, die Pommern , und damit auch die Kreis-Greifenhagener, erhofften in den ersten Nachkriegsjahren die Öffnung der so genannten Zonengrenzen, um die getrennten Familienangehörigen zusammenzuführen. Ziel und Ausrichtung war in diesen Jahren, die Rückwanderung in die angestammten über 800 Jahre deutschen Ostprovinzen zu bewirken.

Es wurden die Landmannschaften gegründet, und die aus ihrer ostdeutschen Heimat vertriebenen Pommern haben sich zur Wahrung ihrer Menschen- und rechte zur Pommerschen Landsmannschaft zusammengeschlossen. Diese Landsmannschaften machten sich zum Sprecher aller Pommern, auch derjenigen, denen es nicht immer möglich war, ihr Bekenntnis zu Heimat und Volkstum abzulegen. In dieser Pommerschen Landsmannschaft war der Heimatkreis Greifenhagen als eigenständige Organisation im Arbeitskreis aller pommerschen Heimatkreise vertreten. Es ist herauszustellen, dass der vierte Präsident der Pommerschen Abgeordnetenversammlung, Dr. Kurt Hoffmann, ein Greifenhagener Landsmann war. Dieser Heimatkreis Greifenhagen gab sich eine Satzung, eine Geschäftsordnung und eine Wahlordnung. Ein Heimatkreis im Sinne dieser Ordnung ist die Fortsetzungskörperschaft eines pommerschen Kreises nach dem Gebietsstand vom 01. Januar 1945

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