Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

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Garden

 

Garden Kr.GreifenhagenAmtsgericht und Finanzamt Greifenhagen, Post Woltin, Amtsbezirk und Standesamt Garden, Schule und ev. Kirche.

Lage:

Am nordwestlichen Rand einer Hochfläche aus Geschiebemergel, die durch die Greifenhagener Eisstillstandslage während der Eiszeit entstanden ist, finden wir das Gemeindegebiet auf sehr guten Böden, die vergleichbar sind mit denen von Kolbatz oder dem Bahner Hochland. Das Areal liegt fast überall auf einer Höhe zwischen 40 - 50 m über NN und nur im Süden am verlandeten Obersee finden wir natürliche Grünlandgebiete. Der für die Entwässerung nötige Graben führt westlich an Garden vorbei und speist die Seen der nördlichen Woltiner Seensenke. Das Gemeindegebiet ist fast baumlos.

Geschichte:

Nach Wehrmann kam Garden 1240 an Kolbatz und bereits 1242 wurde ein Schulze Heinrich (Hinricus scultetus de Gardna) erwähnt. Der Ort selbst hat aber vermutlich schon vorher bestanden. Erwähnungen im PUB (Pommersches Urkundenbuch) sind bereits 1234 und 1235 zu finden. Über die frühe Entwicklung des Ortes wissen wir wenig, obwohl der Name Garden immer wieder im PUB auftaucht. Somit dürfen wir folgern, es gab in Garden kein Gut, sondern es blieb ein Bauerndorf. Vor dem Dreißigjährigen Krieg hatte Garden nach Berghaus ein Freischulzengut und 15 Bauernhöfe. Nach einem Urbarium aus 1700 waren nur noch ein Bauer und zwei Kossäten auf ihren Höfen. Entscheidend für die Entwicklung von Garden war jedoch die Tatsache, dass der Hofgerichtsverwalter von Krokow Garden für nicht bezahlte Besoldung zum Nießbrauch erhalten hat. Nach seiner Abfindung wurde aus den wüsten 14 Bauernhöfen, dem Schulzengut (4 Hufen) und 5 Kossätenhöfen, insgesamt 47 Hufen, im Jahre 1653 ein Gutshof gebildet. Nach den damals üblichen Bedingungen erhielt das Gut das Recht auf 15 Pflug- und 9 Handdienste aus Garden, Wierow, Klein Schönfeld und Bartikow. So entstand Garden als eine Landesherrliche Domäne. 1656 wurden 4 neue Kossäten angesiedelt. Am 20. August 1811 übergab man Garden zu Erbpachtrechten dem Gutsbesitzer und Landschaftsdeputierten Ernst Gottlieb Ratt aus Retzowsfelde. 1818 wurde Ratt dann auch Eigentümer des Gutes. Ratt verstarb 1822. Seine Witwe heiratete in 2. Ehe Friedrich August Kögel. Zu dieser Zeit hatte das Dorf Garden nur 10 Wohngebäude mit 63 Einwohnern. 1859 wurde der Schwiegersohn, Leutnant Jonas Eigentümer. 1910 war es der Königliche Ökonomierat Kurt Beelitz; ihm folgte als Eigentümer sein Sohn Dr. jur. Gerhard Beelitz.

Statistische Daten:

Höhenlage:

 

um 38 m über NN.

Zahl der Haushaltungen:

 

85

Einwohner:

 

293

- davon männlich

 

156

- davon unter 6 Jahren

 

45

- davon 6 - 14 Jahre

 

33

- davon 14 - 65 Jahre

 

179

- davon über 65 Jahre

 

36

nach der Tätigkeit zugehörig zu

   

- Land- und Forstwirtschaft

 

202

- Industrie und Handwerk

 

44

- Handel und Verkehr

 

5

nach der Stellung im Beruf

   

- Selbständige

 

32

- mithelfende Familienangehörige

 

22

- Beamte und Angestellte

 

15

- Arbeiter

 

192

Anzahl der landw. Betriebe m. Betriebsflächen

   

- 0,5 ha - 5,0 ha

 

6

- 5,0 ha - 10,0 ha

 

1

- 10,0 ha - 20,0 ha

 

2

- 20,0 ha - 100,0 ha

 

4

- über 100,0 ha

 

1

Gemeindefläche in Hektar

 

752

Gemeinde-Hektarsatz in DM

 

1.180

Kirche:


Die kleine, etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaute, Granitquaderkirche im romanischen Stil besticht durch die sorgfältig verarbeiteten und präzise behauenen Feldsteine. Der rechteckige Bau besitzt einen eingezogenen Chor mit halbrunder Apsis. Die Portale und die zugemauerten alten Fenster zeigen noch die ursprüngliche Form. Leider wurde auch diese Kirche 1893 umgebaut und dabei sehr stilwidrig renoviert. Die Kirche hat keinen Turm. Nach Kriegsbeschädigungen wurde die Kirche 1978 wiederhergestellt und der Putz erfreulicherweise entfernt.

Gewerbe:

Wo heute die Hochhäuser stehen, war vor dem Krieg eine Ziegelei.

Bauten:

keine Bauten

Literatur: (die genauen Quellenangaben entnehmen Sie bitte dem Inhalt der Seite "Literatur")


→A.2 Berghaus
→A.5 Brüggemann
→B.3 Dehio

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