Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

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Greifenhagen - Kreisstadt

 

Greifenhagen Panorama(mit Bremerheide, Försterei bei Buddenbrock (im Tanger), Damerowsche Mühle, Kronstein, Mescheriner Zoll, Neumühle, Städtisch Mönchkappe und Vogelsang)

Landgericht Stettin, Amtsgericht, Post, Finanzamt und Standesamt Greifenhagen, Bahnhof der Fernstrecke Stettin - Schlesien und der Greifenhagener Kleinbahn, 2 Volksschulen, Mittelschule, Landwirtschaftsschule, Kreismuseum im Aufbau, ev. Nikolaikirche.

Lage:

Schachbrettartig wurde die Stadt an der schmalsten Stelle des Odertales angelegt, doch schon bei dem Bau der Stadtmauer blieben die Wiecken draußen und bei der weiteren Entwicklung zog sich die Besiedlung bis über die Bergränder des Odertales hinaus. Ähnlich beengt sind die nördlichen Vorstädte, lediglich südlich der Stadt weitet sich das Odertal und gibt Raum für eine Erweiterung des Stadtgebietes und so finden wir in diesem Bereich vorzugsweise die Gewerbeansiedlung. Dadurch ist der Stadtwald zwischen Bremerheide und Buddenbrock erheblich geschmolzen und die Feuchtgebiete an der Oder (Jürgenwiesen, Schmalzwerder, Landbruch, Kräningbruch) über Jahrhunderte aufgefüllt worden, um eine Bebauung zu erlauben. Das Hochland fällt nicht gleichmäßig zur Oderebene ab, sondern zahlreiche Bergkuppen wie im Norden der Stadt mit 43 m und der Galgenberg, heute schon fast im Stadtzentrum, mit 49 m geben dem Stadtgebiet schöne Aussichtspunkte. Östlich der Stadt begrenzt der Wald von Woltin das Stadtgebiet und nur kleinere Parzellen davon gehören noch zu Greifenhagen.

Geschichte:

Das Gebiet ist bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt gewesen. Am 01. März 1254 gründete Pommerns Herzog Barnim I. die Stadt Greifenhagen. Er stattete sie mit 200 Hufen Land aus, schenkte das Dorf Damerow mit 4 Hufen Land zur Dotation der Kirche, gewährte sechs Jahre Abgabenfreiheit und Zollfreiheit im ganzen Land, freie Schifffahrt auf der Oder und die Fähre dazu, Holzung und Nutzung der Weiden an der Oder bis 1/2 Meile nördlich und südlich der Stadt. Von den Einnahmen der Stadt die genau beschrieben wurden, standen dem Herzog 2/3 zu und 1/3 erhielt der Einrichter Rudolf von Belekow und seine beiden Söhne. Er gab der Stadt das Magdeburger Recht (welches die Stadt später durch das Lübecker Recht ersetzte). Weitere Rechte folgten, teilweise sogar zum Schaden der Nachbarorte, wie z. B. beim Marktrecht. 1273 schenkte der Herzog der Stadt auch das ganze Dorf Damerow, aber nachdem dies dann 1277 zum Kloster Kolbatz kam, wurde in einem Vergleich 1279 der Besitz geteilt. Kolbatz erhielt 10 Hufen, Greifenhagen den Rest. Weitere Förderungen durch den Herzog folgten. 1295 kam Greifenhagen bei der pommerschen Landesteilung an die Linie Stettin. 1306 kam durch Herzog Otto I. das Recht auf eine Brücke über die Oder und einen Damm durch das Tal hinzu. 1309 durfte Greifenhagen auch südlich der Stadt eine zweite Wiek anlegen. Die nördliche Wiek gehörte Heidkinus von Heidebreck, wurde aber 1312 von der Stadt erworben und gleichen Rechten unterstellt. 1320 kaufte die Stadt von den von Kladow das Dorf Kladow, 1322/23 von den von Klepzow 35 Hufen in Schillersdorf und 6 Hufen in Schöningen, 1330 von den Herzögen Teile des Oderbruchs und 1332 4 Hufen bei Repenow. 1394 beteiligte sich Greifenhagen als Mitglied des Hansebundes unter dem Vorort Stettin am Kampf gegen die Vitalienbrüder. 1465 kaufte die Stadt von Jurgen Pakulent einen Anteil von Pakulent und weitre Anteile. 1506 von den von Steinwehr und 1517 von den von Schönbeck. 1530 vernichtete ein Großbrand weite Teile der Stadt. Mit den Landesteilungen 1532 und 1541 kam Greifenhagen an die Wolgaster Linie. Im Dreißigjährigen Krieg erhielt die Stadt Einquartierung durch die kaiserlichen Truppen 1627, sie wurden 1630 durch die Schweden vertrieben. Bei ihrem Rückzug 1640 verbrannten diese die Oder- und Reglitzbrücken. Mit dem Stettiner Grenzrezess kam Greifenhagen wieder an Schweden. 1659 eroberten dann die Kaiserlichen und Brandenburger wieder die Stadt, gaben sie aber im Frieden von Oliva an die Schweden. 1675 kamen die Brandenburger zurück und im Frieden von St. Germain wurde Greifenhagen den Brandenburgern zugesprochen. 1722 kaufte die Stadt auch den vierten Anteil von Pakulent. 1748 wurde die Kolonie Wintersfelde angelegt und 1749 folgte Buddenbrock. Das Gewerbe nimmt an Bedeutung zu, insbesondere die Tuchmacher, Fischer und Schuhmacher gewinnen an Bedeutung und es entsteht die Lohgerberei. 1773 werden die Jürgenwiesen melioriert. 1810 wird die Garnison aufgelöst. 1829 kam es endlich auch in Greifenhagen zur Separation des Gemeinbesitzes, auch wurden alte Rechte aufgegeben und Stadthof, Stadtmühle und Ziegelei verloren ihren bisherigen Status. 1845 wurde die Knabenschule erbaut, 1851 das Rathaus und endlich folgte 1857 der Neubau der Oderbrücken und des Steindamms durch das Zwischenstromgebiet. 1868 begann man Gaslaternen in den Straßen zu montieren. 1877 wird die Eisenbahnlinie Stettin - Küstrin eröffnet. 1883 wird das Postamt erbaut, 1886 das Landratsamt, 1926 folgt das Finanzamt. Industriebetriebe entstehen. Die Stadtbevölkerung nimmt kräftig zu und erreicht bis 1945 nicht ganz die 10.000-Einwohnergrenze. Entsprechend werden Vorstädte geschaffen, wie die Stettiner und Bahner Vorstadt, die Bebauung überwindet den Galgenberg und weitet sich östlich der Wierower Straße aus. Im 2. Weltkrieg wird die Innenstadt bei den heftigen Kämpfen um den Oderübergang fast vollständig zerstört, lediglich die Nikolaikirche und das Bahner Tor bleiben erhalten.

Ehrenamtliche Beratung: Wolfgang Pusch                  Joomla templates by a4joomla