Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

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Groß Schönfeld

 

Groß Schönfeld(mit Vorwerk Wilhelmswalde)

Amtsgericht Bahn, Post Kehrberg, Finanzamt Greifenhagen, Amtsbezirk und Standesamt Selchow, Schule, Ev. Kirche.

Lage:

Im Norden und Osten begrenzt der Kehrberger Forst das Gemeindegebiet, der Westen fällt schon zur Kolbitz-Liebitz-Seesenke um rund 20 m ab. Das ganze Gebiet liegt auf der westlichen Fortsetzung der Beyersdorfer Endmoräne und ist durch gute Böden gekennzeichnet. Dieser mittlere Teil des Kreises wurde durch den Adel und seine Gutshöfe beeinflusst. In der Grundform ist zwar noch ein Angerdorf zu erkenne, doch Gutshof und spätere Entwicklungen führten auch zu Siedlungen an den Nebenstraßen.

Geschichte:

Ursprünglich hatte die Siedlung einen slawischen Namen, der jedoch in den deutschen Groß Schönfeld geändert wurde. 1323 hat es in Groß Schönfeld bereits (nach Hoogeweg) eine Grangie gegeben. Daneben muss aber noch eine wendische Siedlung bestanden haben, denn in Groß Schönfeld ist der Kietz erhalten, ein untrügerischer Hinweis (nach Breitsprecher). Erst 1368 hat Kaiser Karl IV. der St. Ottenkirche zu Stettin das Gut Groß Schönfeld zusammen mit dem Dorf Selchow geschenkt (Berghaus). Dagegen vertritt Hoogeweg die Meinung, dass Dorf sei bereits im13. Jahrhundert im Besitz des Jungfrauenklosters zu Stettin gewesen und dann 1374 durch Kauf an die von Wedel gekommen. Ziemlich unklar bleibt, warum dann 1390 die Stargarder Bürger Henning und Heinrich Schöneveld 24 Hufen Land für 110 Stettiner Denare an das Kloster Kolbatz verkaufen konnten. Im 16. Jahrhundert sind die Besitzverhältnisse wieder klar: Lehnsbriefe der Jahre 1515, 1534, 1553 und 1568 nennen die von Steinwehr als Besitzer. Noch 1631 werden 38 Hufen im Besitz der Steinwehr genannt, doch in der Schwedenzeit ist Kammerdirektor Andreas Sparfeld Hausherr. Von ihm erwarb dann Cölestin Hoffmann von Greiffenpfeil das Gut. Er ließ das Vorwerk Greiffenwald anlegen, welches den Schwedter Markgraf Friedrich Wilhelm später in Wilhelmswalde umbenannte. Gustav Eberhard von Greiffenpfeil verkaufte am 18. September 1731 das Gut an den genanten Markgrafen für 50.000 Reichstaler. Mit dem Ende der Markgrafschaft Schwedt kam das Gut und Dorf an den preußischen Staat und es begann die Domänenzeit. 1910 ist Niemann Domänenpächter. 1925 wurde das Vorwerk Wilhelmswalde vom Gut abgetrennt, parzelliert und mit Siedlern aus Posen besetzt. Etwa zur gleichen Zeit übernahm Günter Stein das Gut Groß Schönfeld und bewirtschaftete es bis 1945.

Statistische Daten:

Höhenlage :

um 70 m über NN.

Zahl der Haushaltungen:

125

Einwohner:

508

- davon männlich

250

- davon unter 6 Jahren

57

- davon 6 - 14 Jahre

81

- davon 14 - 65 Jahre

324

- davon über 65 Jahre

46

nach der Tätigkeit zugehörig zu

- Land- und Forstwirtschaft

412

- Industrie und Handwerk

35

- Handel und Verkehr

10

nach der Stellung im Beruf

- Selbständige

77

- mithelfende Familienangehörige

79

- Beamte und Angestellte

10

- Arbeiter

299

Anzahl der landw. Betriebe m. Betriebsflächen

- 0,5 ha - 5,0 ha

18

- 5,0 ha - 10,0 ha

3

- 10,0 ha - 20,0 ha

9

- 20,0 ha - 100,0 ha

17

- über 100,0 ha

1

Gemeindefläche in Hektar

1.642

Gemeinde-Hektarsatz in DM

1.080

Kirche:

Die Dorfkirche ist sauber aus Granitquadersteinen im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts erbaut worden. In den extrem dicken Wänden des Turms ist die Treppe eingebaut. Turm mit zinnelosem Umgang. 1979 erfolgte eine veränderte Erneuerung. Er steigt jetzt aus dem Dach empor. Der Ostgiebel ist in alten Formen erhalten, aber sehr unsauber gearbeitet mit Spitzbogen- und Kreisblenden. An der Südostecke und am Südportal Schachbrett- und Rautenornamente auf den Granitquadern. Gehört zu den sehenswerten Granitquaderkirchen des Kreises.

Gewerbe:

Aus dem einstigen Weinberg in der Gemarkung hatte man eine Sandgrube gemacht. Im Ort alle Handwerksberufe. Das Gut besaß eine Brennerei und Kartoffeltrocknungsanlage. Am westlichen Ortsrand stand eine Windmühle.

Bauten:

keine Bauten

Literatur: (die genauen Quellenangaben entnehmen Sie bitte dem Inhalt der Seite "Literatur")

→A2 Berghaus
→A5 Brüggemann
→A21 Lemcke
→B3 Dehio

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