Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

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Linde

 

hkgh lindeLage:

Im Südosten des Kreisgebietes, umgeben von den großen Wäldern des Wildenbrucher Forsten (Kronfideikommissforst des Hauses Hohenzollern) erstreckt sich das Bauerndorf Linde. Es liegt auf etwa 85 m über NN und wird im kreisgebiet in der Höhenlage nur noch von Dobberphul und Kolow übertroffen. In alter Zeit muss das Leben beschwerlich gewesen sein, denn die nächste Kornmühle war immerhin 3,5 Kilometer entfernt in Wildenbruch an der Thue. Später dann gab es nördlich von Linde auch eine Windmühle. Die Bodenqualitäten liegen hier deutlich über dem Kreisdurchschnitt.

 

Geschichte:

Die ältesten Berichte über diese Gegend hängen mit dem Lothweg (auch Lotstrich) zusammen. Dieser uralte Militär- und Handelsweg bildete hier die Kreisgrenze zwischen Pyritz und Greifenhagen. In die Geschichte tritt Linde mit der Stiftung des Landes Bahn ein. Zwar wird das Dorf nicht erwähnt, aber das Gebiet gehört zur Stiftung. So wied Breitsprecher mit seiner Vermutung, Linde sei eine reine deutsche Dorfgründung auf dem Gebiet der Templerkomturei Rörchen, wohl richtig liegen. In einer Lehnsurkunde von Herzog Bogislaw X. wird Linde 1487 auch mit Namen erwähnt. Auch wenn Kohlhoff mit dem Kaufvertrag der Kurfürstin Dorothea von Schwedt 1680 auch das Gut Linde erwähnt, ist dies kein Beweis für dessen Vorhandensein. Tatsächlich handelt es sich hier vermutlich um eine sprachliche Ungenauigkeit. Hier dürften die Freischulzen Jacob Brockhaus (1609) und Jochen Brokhusen (1680) gemeint sein, die jeweils vier Hufen besaßen und damit einen Freischulzenhof- oft auch Freischulzengut genannt. Nach 1719 wird in Lindow kein Freischulze mehr erwähnt. Unter Markgraf Friedrich Wilhelm (1711 - 170) wurde die Buchenallee angepflanzt. Für die Pflege und Unterhaltung war der Dorfschulze verantwortlich. Mit dem Ende der Markgrafenzeit in Schwedt-Wildenbruch kam auch Linde in den Besitz des Hauses Hohenzollern und wurde Kronfideikommiss. Diese Dörfer nannte man nun Majoratsdorf.

Statistische Daten:

Höhenlage:

 

um 85 m über NN.

Zahl der Haushaltungen:

 

120

Einwohner:

 

493

- davon männlich

 

225

- davon unter 6 Jahren

 

50

- davon 6 - 14 Jahre

 

50

- davon 14 - 65 Jahre

 

300

- davon über 65 Jahre

 

53

nach der Tätigkeit zugehörig zu

   

- Land- und Forstwirtschaft

 

251

- Industrie und Handwerk

 

121

- Handel und Verkehr

 

10

nach der Stellung im Beruf

   

- Selbständige

 

90

- mithelfende Familienangehörige

 

105

- Beamte und Angestellte

 

20

- Arbeiter

 

183

Anzahl der landw. Betriebe m. Betriebsflächen

   

- 0,5 ha - 5,0 ha

 

14

- 5,0 ha - 10,0 ha

 

6

- 10,0 ha - 20,0 ha

 

21

- 20,0 ha - 100,0 ha

 

15

- über 100,0 ha

 

0

Gemeindefläche in Hektar

 

1.406

Gemeinde-Hektarsatz in DM

   

Kirche:

Die Kirche ist im Kern ein Granitquaderbau aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. Durch den Umbau im 19. jahrhundert wurde sie völlig verändert. Die Giebel wurden in Backstein erneuert, eine Apsis und der Turm, am Gemäuer sichtbar, wurden vorgebaut. Die Fenster und das Portal erhielten Leibungen aus Backstein. Die Kirche ist im Krieg ausgebrannt. Der Erneuerung wurde 1974 vollzogen. Seither hat das Gebäude ein Blechdach.

Bauten:

Das Rettungshaus. Am 04. August 1845 beschloss die auf Provinzebene tätige Pastoralkonferenz etwas für heimatlose Kinder zu unternehmen. Zunächst erfolgte ihre Vermittlung an Pflegeeltern, dann kam 1847 die Anmietung des Prediger-Witwenhauses hinzu. Der neu gegründete Verein trug den Namen "Verein zur Rettung sittlich verwahrloster Kinder an der Märkisch-Pommerschen Grenze". Nach der Satzung waren aber nur Jungen gemeint. Schon wenige Jahre danach kaufte der Verein im Wildenbrucher Forstrevier gut 3 Hektar. Jedes der neun Vorstandsmitglieder ging mit gutem Beispiel voran und spendete 25 Taler, den Rest sammelten sie in der Bevölkerung, 1851/52 wurde dann auf dem Grundstück das Rettungshaus erbaut. Zwar spendeten Vereinsmitglieder Baumaterial, es musste aber trotzdem ein Kredit von 1000 Taler aufgenommen werden. Zur Finanzierung erhielt der Verein das Recht zur Haussammlung in den Kreisen Pyritz und Greifenhagen. Damit hatte es wohl eine Überschreitung der Kompetenzen gegeben und daher untersagte der Landrat von Pyritz eine Sammlung in seinem Kreis. Die Informationen über das Rettungshaus enden 1867. Was danach dort geschah ist daher unbekannt.

Gewerbe:

Alle Handwerksberufe des Landes waren vertreten. Industrie gab es nicht.

Literatur: (die genauen Quellenangaben entnehmen Sie bitte dem Inhalt der Seite "Literatur")

→A2 Berghaus
→A3 Breitsprecher
→A5 Brüggemann
→A21 Lemcke

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