Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

 

Marienthal

 

Marienthal 1906(mit Forsthaus Marienthal)

Amtsgericht Bahn, Finanzamt Greifenhagen, Post Marienthal, Standesamt und Amtsbezirk Wildenbruch, Schule und ev. Kirche.


Lage:

Das Wildenbrucher Hochland zieht sich über Marienthal nach Westen fort und ist eine relativ ebene, fruchtbare Grundmoränenlandschaft auf einer Höhe zwischen 72 und 90 Metern. Teile der Waldflächen im Norden und Westen werden zum Gemeindegebiet gerechnet, obwohl sie zum Kronfideikommiss der Hohenzollern gehörten (Forst Wildenbruch). Am Thuetal wurde die Gemeinde von der Kleinbahn Greifenhagen-Klein Schönfeld-Wildenbruch berührt und hatte dort einen eigenen Haltepunkt. Marienthal hatte nie eine Wassermühle. Die Thue besitzt in diesem Abschnitt ein zu geringes Gefälle. Zwei Windmühlen im Osten und Westen der Gemeine schafften Abhilfe.

Geschichte:

Marienthal ist mit ziemlicher Sicherzeit eine Neugründung deutscher Siedler unter dem Schutz der Templer. Von einer wendischen Siedlung ist an diesem Orts nichts bekannt. Wir kennen hier sogar den Präfektus Henneke und die Brüder Hermann und Arnold Calons. Der örtliche Heimatforscher Breitsprecher hat uns auch viele Namen der Schulzen überliefert. Erster der Liste ist 1303 Hermann Kahle. 1570 heißt der Schulze Hans Schmitt, der fünf Hufen besitzt. 1659 ist Johann Haseloff Freischulze und 1719 Hans Penkuhn. Die Marienthaler müssen treue Untertanen des Schwedter Markgrafen gewesen sein. Jedenfalls setzte "der Tolle Markgraf" Friedrich Wilhelm den Marienthaler Bauern Friedrich Bärßke in Wildenbruch als Schulze ein, weil ihm der dortige nicht verlässlich erschien. Die Markgrafen galten - trotz aller Nachteile - als große Förderer des Bauerntums. So stieg während der Markgrafenzeit auch in Marienthal die Anzahl der Bauernhöfe.

Statistische Daten:

Höhenlage: um 70 m über NN.

Zahl der Haushaltungen: 220

Einwohner: 814
- davon männlich 391
- davon unter 6 Jahren 91
- davon 6 - 14 Jahre 140
- davon 14 - 65 Jahre 508
- davon über 65 Jahre 75

nach der Tätigkeit zugehörig zu
- Land- und Forstwirtschaft 473
- Industrie und Handwerk 212
- Handel und Verkehr 21

nach der Stellung im Beruf
- Selbständige 137
- mithelfende Familienangehörige 126
- Beamte und Angestellte 13
- Arbeiter 449

Anzahl der landw. Betriebe m. Betriebsflächen
- 0,5 ha - 5,0 ha 18
- 5,0 ha - 10,0 ha 12
- 10,0 ha - 20,0 ha 21
- 20,0 ha - 100,0 ha 27
- über 100,0 ha 0

Gemeindefläche in Hektar 2.173
Gemeinde-Hektarsatz in DM 1.030

Kirche:


Die alte Dorfkirche war eine Granitquaderkirche aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. 1851 erfolgte ein Umbau. die Kirche wurde 1945 zerstört. 1977 erfolgte ein Neubau. Vielleicht ist es der einzige Kirchenneubau im Kreisgebiet ohne Berücksichtigung alter Bautradition. Der Neubau ist ein Putzbau ohne Turm. Erhalten sind weitgehend zwei Kirchhofportale des 16. und 17. Jahrhunderts.

Gewerbe:

Vom Bäcker wie Blumenthal bis zum Tischler Zimmermann waren alle Handwerker und dörflichen Gewerbebetriebe vertreten.

Bauten:

In Marienthal gibt es keine Bauten.

Literatur: (die genauen Quellenangaben entnehmen Sie bitte dem Inhalt der Seite "Literatur")

→A.2 Berghaus
→A.5 Brüggemann
→A.3 und C.1 Breitsprecher, und "Auf den Spuren der deutschen Kolonisation im Markgrafenwinkel" in Unser Pommerland 1930, Heft 6/7, S. 205 - 209. "Nachkriegschronik über Marienthal und die Marienthaler von 1945 - 1973", Demmin 1973, unveröffentlichtes Manuskript.

zurück zur Übersicht

Ehrenamtliche Beratung: Wolfgang Pusch                  Joomla templates by a4joomla