Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

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Retzowsfelde

 

Retzowsfelde(mit Hammelstall, Klebower Untermühle)

Amtsgericht und Finanzamt Greifenhagen, Post Ferdinandstein, Amtsbezirk und Standesamt Klebow, Schule und ev. Kirche

Lage:

In beengter Lage zwischen dem Oderhöhenrand und der Oderniederung müssen sich die Bahnstrecke Stettin-Küstrin, die Straße Greifenhagen-Stettin und die Unterdörfer einen nur wenige hundert Meter breiten Landstreifen teilen. Fast alle Gebäude liegen an der Durchgangsstraße und so reiht sich von Stettin bis Greifenhagen Dorf an Dorf. Schon in den Dreißiger Jahres des 21. Jahrhunderts gab es Pläne einen Abzweig von der Autobahn bis Greifenhagen zu bauen. Auch die Polen haben diese Pläne neu bearbeitet, doch bis heute wurden sie nicht verwirklicht. Das ganze Gebiet ist in der friderizianischen Zeit stark gefördert worden. Der Oderausbau schuf deutliche Verbesserungen für die Entwässerung und die landwirtschaftliche Nutzung. Die Bahnstrecke wurde nach dem Krieg doppelgleisig und elektrifiziert, die Straße ausgebaut, auch der Hausbau belebt, die Probleme aber blieben. Der Oderhöhenrand überschreitet fast überall die 40-mMetermarke und das Gelände steigt oft schon direkt hinter den Häusern kräftig an. Von hier fließt kein Gewässer zur Oder. Alle Gräben zeigen auch hier die Nordsüdrichtung. Das Klebower Mühlenfließ nimmt in größerer Entfernung bereits das Wasser auf und führt es in einem weiten Bogen um Retzowsfelde der Oder zu und im Süden ist das Greifenhagener Mühlenfließ, parallel zur Straße verlaufend, welches dann heute unsichtbar das Wasser durch Rohre in der Stadt Greifenhagen der Oder zuführt. An allen Gewässern standen einst (insgesamt vier) Wassermühlen - doch das ist längst Geschichte.

Geschichte:

Retzowsfelde wurde in den Jahren 1751 und 1752 als Entreprise angelegt. Das bedeutet, hier wurde dem privaten Unternehmer Friedrich Sydow (Friedrichsthal, ein Bruder von Kriegsrat Sydow und Generalpächter der Güter von Kolbatz) der vertraglich festgelegte Auftrag von König Friedrich erteilt, Siedler anzusetzen. In Retzowsfelde stammten die Ackerflächen von der Gemarkung des Dorfes Klebow (Landwerder) und das Wiesengelände in den Oderniederungen (Oderbruch) war dem großen Trockenlegungsprogramm des Oberleutnants Wolf Friedrich von Retzow entnommen worden. Nach diesem wurde das neue Dorf auch benannt. Doch mit den Sydows lief das Ansiedlungsprogramm nicht so problemlos, wie in anderen Fällen. Vermutlich war der extreme Geldmangel dafür verantwortlich, denn schon 1753 verkaufte Sydow für 12.000 Taler an den Oberstleutnant Carl Christoph Freiherr von der Goltz. Wie üblich wurde auch hier der Unternehmer mit Ländereien entschädigt und so wird hier bereits ein Gut erwähnt. Im 19. Jahrhundert ist dann der Regierungsassessor Ernst Gottlieb Ratt Besitzer des gutes. Nach seinem Tod 1830 folgt ihm sein Sohn. Um diese Zeit wurden zahlreiche Neusiedler auf dem Gutsgrund angesiedelt. Der Regierungsrat Ratt verstarb 1849. Seine Witwe verkaufte das Gut Retzowsfelde 1867 an den Gutsbesitzer Zelter in Neuhaus. 1910 wird das Gut mit 311 ha angegeben. 1922 waren die Gutsflächen an die Landwirte im Dorf verpachtet. Der Gutshof stand auf der Westseite der Dorfstraße, wo der Weg nach Osten zur Kirche abzweigt.

Statistische Daten:

Höhenlage: um 2 m über NN.

Zahl der Haushaltungen: 226

Einwohner: 811
- davon männlich 405
- davon unter 6 Jahren 107
- davon 6 - 14 Jahre 108
- davon 14 - 65 Jahre 520
- davon über 65 Jahre 76

nach der Tätigkeit zugehörig zu
- Land- und Forstwirtschaft 395
- Industrie und Handwerk 265
- Handel und Verkehr 32

nach der Stellung im Beruf
- Selbständige 176
- mithelfende Familienangehörige 216
- Beamte und Angestellte 49
- Arbeiter 293

Anzahl der landw. Betriebe m. Betriebsflächen
- 0,5 ha - 5,0 ha 33
- 5,0 ha - 10,0 ha 42
- 10,0 ha - 20,0 ha 31
- 20,0 ha - 100,0 ha 0
- über 100,0 ha 0

Gemeindefläche in Hektar 706
Gemeinde-Hektarsatz in DM 980

Kirche:

Über die Dorfkirche ist wenig bekannt. Lediglich der Ostgiebel mit der Apsis und die Traufen und Gesimse sind noch aus Backstein erhalten. Das Langhaus, die Sakristei und der Eingangsvorbau sind verputzt, so auch die kleinen Filialtürmchen, die dadurch erheblich an Wirkung verlieren.

Gewerbe:

Der gute Boden und die vielen Gemüse anbauenden Betriebe haben zur guten Entwicklung des Ortes beigetragen. Ebenfalls die Nähe der Großstadt Stettin. Im Ort waren alle zur Grundversorgung notwendigen Geschäfte und Betriebe vorhanden.

Bauten:

Keine Bauten

Literatur: (die genauen Quellenangaben entnehmen Sie bitte dem Inhalt der Seite "Literatur")

→A.2 Berghaus
→A.5 Brüggemann

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