Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

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Rörchen

 

Rörchen Postkarte(mit Gut Rörchen und Neue Mühle)

Amtsgericht Fiddichow, Finanzamt Greifenhagen, Post Königsberg /Nm., Amtsbezirk Steinwehr und Standesamt Rörchen, Schule und ev. Kirche

Lage:

Rörchen gehört zu den drei südlichsten Gemeinden im Kreisgebiet. In dem Bereich wo die Rörike ihre Fließrichtung nach Süden zur Kreisstadt Königsberg / Nm. wendet, bildet diese hier die Kreisgrenze. Der kleine Fluss bestimmt ohnehin die Landschaft im Dorfgebiet, berührt die gesamte Gemarkung von Ost nach West und nimmt hier mehrere Zuflüsse von Süden und Norden auf. In der Literatur hat der nördliche Zufluss unterschiedliche Namen, entweder Kolbitzbach oder auch Mühlenbach (er trieb die Selchower Mühle an). Für den Heimatforscher mögen die Namen der Berge in der Gemarkung von Bedeutung sein: Lankberge, Widderberg, Weinberg, Schlangenberg, Igelberg und Kiehnberg. Vieles haben die Menschen in den Jahrhunderten in der Gegend schon versucht: den Wein-, Hopfen- und Tabakanbau. Doch geblieben ist davon nichts. Die natürlichen Ertragsbedingungen wie Boden, Klima und Wasserverhältnisse bestimmten die Anbaumöglichkeiten.

Geschichte:

1234 verlieh Pommernherzog Barnim I. dem Templerorden das Land Bahn. Die Westgrenze des gestifteten Landes war die Röricke und der Kolbitzbach. Somit gehörte Rörchen nicht zum Land Bahn. Wirklich geklärt ist die Frage, warum sich die Templer außerhalb ihres Gebietes den Komtursitz einrichteten, nicht. Wir kennen auch nicht den Lokator von Rörchen. 1244 wird das Dorf erstmals genannt. Doch schon mit seiner Entwicklung haben wir Probleme, denn es heißt 1571 über Rörchen, dass es hier keine Bauleute = Bauern gab. Lediglich Kossäten werden erwähnt. 1609 werden die ersten Besitzlisten erwähnt und 1657, wenige Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, gab es 8 Bauern, 9 Kossäten, 3 Freileute und einen Müller. 1680 erfahren wir mit Christoff Brandt sogar den Namen des Müllers. Zur Zeit der Markgrafschaft Schwedt-Wildenbruch erfährt die Landwirtschaft eine kräftige Förderung und die Anzahl der Bauern in Rörchen steigt von 9 auf 19. 1782, kurz vor dem Ende der Markgrafschaft hat Amtsrat Horn aus Wildenbruch als Generalpächter auch das Vorwerk Rörchen gepachtet und es dem Amtmann Schäfer überlassen. Es wird auch die Neue Mühle erwähnt, sie wird von dem Mahl- und Schneidemüller Hübener bewirtschaftet. 1816 kommt das ehemalige Templergut Rörchen in die Hand des Oberlandforstmeisters Hartig, der es 1840 an den Rittmeister a. D. Schmidt verkauft. Bereits 1843 folgt Ludwig von Klitzing als Eigentümer. 1910 wird Ritter von Wächter und ab etwa 1922 Georg Modrow bis 1945 Eigentümer.

Statistische Daten:

Höhenlage: um 30 m über NN.

Zahl der Haushaltungen: 88

Einwohner: 322
- davon männlich 161
- davon unter 6 Jahren 43
- davon 6 - 14 Jahre 42
- davon 14 - 65 Jahre 210
- davon über 65 Jahre 27

nach der Tätigkeit zugehörig zu
- Land- und Forstwirtschaft 209
- Industrie und Handwerk 44
- Handel und Verkehr 7

nach der Stellung im Beruf
- Selbständige 45
- mithelfende Familienangehörige 47
- Beamte und Angestellte 14
- Arbeiter 180

Anzahl der landw. Betriebe m. Betriebsflächen
- 0,5 ha - 5,0 ha 10
- 5,0 ha - 10,0 ha 5
- 10,0 ha - 20,0 ha 6
- 20,0 ha - 100,0 ha 14
- über 100,0 ha 1

Gemeindefläche in Hektar 1.164
Gemeinde-Hektarsatz in DM 680

Kirche:

Die heutige Dorfkirche stammt aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts und ist im Stil dem damaligen Zeitgeist angepasst und als reine Backsteinkirche erbaut. An allen Ecken sind kleine Filialtürmchen bis heute erhalten. Die Kirchturmspitze erhielt in der Nachkriegszeit ein neues Dach. Die Templer hatten sofort nach der Wahl von Rörchen als Komtursitz eine kleine Kirche erbaut. Bei den Templern war die Kirche nur für die Komturei gedacht und daher so klein. Das Mauerwerk der Kirche gilt als das beste erhaltene Granitsteinmauerwerk. Obwohl es zu den ältesten Bauwerken zählt, hat die Kirche relativ große Fenster. Auf der Westseite befand sich zusätzlich ein großes Rundfenster. Der Ostgiebel fehlt, von den Gewölben ist leider nichts erhalten. In den letzten Jahren wurde das Mauerwerk gesichert und ein neues, der Kirche angemessenes Dach, aufgesetzt. Eine neue Nutzung wurde bisher noch nicht gefunden. Archäologen haben dicht an der Kirche sehr alte Gräber gefunden. Über die Auswertung dieses Fundes ist noch nichts bekannt.

Gewerbe:

Kein Gewerbe vorhanden

Bauten:

Keine Bauten

Literatur: (die genauen Quellenangaben entnehmen Sie bitte dem Inhalt der Seite "Literatur")

→A.2 Berghaus
→A.3 Breitsprecher
→A.5 Brüggemann
→A.18 Kohlhoff
→A.21 Lemcke
- Zeitschrift "Unser Pommerland", Sonderheft "Land Wildenbruch", Heft 6/7 1930.
- Herbert Kämper (Hrsg.) "Rörchen, Templer-, später Johanniterkomturei", Rüsfort 1999

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