Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

                                                                                                                                                                   

 

60 Jahre Patenschaft

zwischen dem Landkreis Bersenbrück-Osnabrück
und dem Landkreis Greifenhagen in Pommern baute Brücken der Freundschaft 

Seit nunmehr 60 Jahren besteht eine Patenschaft zwischen dem ehemaligen Landkreis Bersenbrück, 1972 im Landkreis Osnabrück aufgegangen, und dem Landkreis Greifenhagen in Pommern. Am 24. März 1958 beschloss der damalige Kreistag des Landkreises Bersenbrück, die Patenschaft für den Landkreis Greifenhagen zu übernehmen. Im Geist und Sinn der vor 60 Jahren geschlossenen Patenschaft wurden Brücken zwischen Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen geschlagen. Das Patenschaftsjubiläum wurde nun über die Pfingsttage in der Stadt Bersenbrück, die 1963/64 ebenfalls eine Patenschaft mit der Stadt Greifenhagen einging, gefeiert. Ein Großteil der Veranstaltungen fand an und im Heimathaus Feldmühle des Heimatvereins Bersenbrück statt.
Waren es in den ersten Jahrzehnten der Patenschaft noch einige Tausend, die alle zwei Jahre über die Pfingsttage aus dem gesamten Bundesgebiet, der damaligen DDR, aus Polen oder europäischen Ländern nach Bersenbrück kamen, hat sich die Zahl der Teilnehmer heute altersbedingt auf einige Dutzend reduziert. Aber damals wie heute stehen die Erinnerungen an die verlorene Heimat im Mittelpunkt der Begegnungen und Gespräche.
So war es auch beim Treffen über die jetzigen Pfingsttage, das zunächst bei Kaffee und Kuchen im Heimathaus Feldmühle Gäste und Einheimische zusammenführte. Die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten war groß, viel gab es seit dem letzten Treffen vor zwei Jahren zu erzählen. Auf einer Fototafel ließ der Heimatverein in Auszügen die 60 Jahre Patenschaft Revue passieren.
Danach wurde unter der so genannten „Pommerneiche“ am Heimathaus ein weiteres Gedächtnismal, erstellt vom Steinmetz Uwe Ross, eingeweiht. „ Patenschaft Landkreis Bersenbrück/Osnabrück und Heimatkreis Greifenhagen 1958 – 2018“ lautet die Beschriftung. Bei der Einweihung betonte Bersenbrücks Bürgermeister Christian Klütsch, dieses Gedächtnismal an einer markanten Stelle in Bersenbrück, solle jeden Tag an die Freundschaft mit den Greifenhagenern erinnern. Die Heimat zu verlieren sei eines der schlimmsten Schicksale, das Menschen erleiden können. Durch die Patenschaft versuche die Stadt Bersenbrück zusammen mit dem Landkreis Osnabrück, den Heimatvertriebenen ein Gefühl des Zuhause-Sein zu vermitteln. Der Heimatkreisbearbeiter des Heimatkreises Greifenhagen, Günther Drewitz aus Lübeck, dankte den Patenträgern Bersenbrück und Osnabrück für die langjährige Freundschaft. Sie habe dazu beigetragen, das Los der Vertreibung zu lindern, aus ehemals Fremden seien längst Freunde geworden. Das Gedächtnismal werde für die Zukunft ein anschauliches Zeichen der Freundschaft sein. Unter dem Beifall der Gäste und Einheimischen enthüllten Bürgermeister Klütsch und der Ausschuss-Vorsitzende des Heimatkreises Greifenhagen, Eckhard Schwenk aus Dorsten, im Beisein von Günther Drewitz das Gedächtnismal.
Für die musikalische Überleitung zum „Vogelstechen“, einem pommerschen Schützen-Brauch, sorgte der Bersenbrücker Musikverein „Rote Heide“ unter der Leitung von Lukas Geppert  mit flotter Musik. Organisiert vom Schützenverein Bersenbrück von 1850 entwickelten sich spannende Kämpfe beim „Vogelstechen“, wobei eigentlich die Schützenkönigin ermittelt werden soll. Mit dem hölzernen Vogel und seiner Spitze die Mitte der an der „Pommerneiche“ befestigten Zielscheibe zu treffen, erwies sich als nicht ganz einfach. Auch einige Herren versuchten es, dass dann Bürgermeister Klütsch die höchste Punktzahl erreichte, wurde mit Beifall vermerkt. Er überließ aber galant die Auszeichnung mit einer Fahnen-Nadel durch Eckhard Schwenk und das Präsent der Dame mit der höchsten Punktzahl, Inge Brückner aus Ritterhude bei Bremen.
Die traditionellen „Stunden der Begegnung“, eröffnet vom Männergesangverein Bersenbrück (MGV) unter der Leitung von Johann Schaubert mit bekannten Volksliedern, sollten eigentlich im Heimathaus Feldmühle stattfinden. Aufgrund der günstigen Witterung blieben aber alle draußen unter der alten Eiche. Natürlich erklangen auch das Greifenhagener Lied und das Pommernlied, noch bis in den späten Abend wurde in gemütlicher Runde geklönt und an alte Zeiten erinnert.    

hkgh Patenschaft GedächtnismalIm Rahmen des Patenschaftstreffens „60 Jahre Patenschaft Bersenbrück/Osnabrück mit dem Heimatkreis Greifenhagen/Pommern“ wurde unter der „Pommerneiche“ am Heimathaus Feldmühle ein Gedächtnismal durch Bersenbrücks Bürgermeister Christian Klütsch (links) und dem Heimatkreis-Ausschuss-Vorsitzenden Eckhard Schwenk (rechts)  eingeweiht.

 

 

 

  

hkgh Ehrung VogelstechenBeim Patenschaftstreffen „60 Jahre Patenschaft Bersenbrück/Osnabrück mit dem Heimatkreis Greifenhagen/Pommern“ wurde das Schützen-Brauchtum „Vogelstechen“ gepflegt, Schützenkönigin wurde Inge Brückner, sie wurde von Bürgermeister Christian Klütsch (rechts) und dem Heimatkreis-Ausschussvorsitzenden Eckhard Schwenk (vorne) im Beisein von Heimatkreisbearbeiter Günther Drewitz (hinten) ausgezeichnet.

Fotos: Franz Buitmann
                              

 

 

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