Kloster Kolbatz mit Gut
Blick auf Greifenhagen a.d. Oder mit Oderbrücke
Bahn - Bild von Otto Kurginsky
Gedenkstein in der Patenstadt Bersenbrück

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Selchow

 

Selchow 1 Postkarte(mit Vorwerk Kolbitz, Forsthaus Selchow, Pankows Hof, Selchower Mühle)

Amtsgericht Fiddichow, Finanzamt Greifenhagen, Post Uchtdorf, Amtsbezirk und Standesamt Selchow, Schule und ev. Kirche.

Lage:

Im Süden begrenzt von den Forstgebieten Wildenbruch und Kehrberg, nach Westen durch die Kolbitz-Liebitz-Seesenke, bleibt nur die offene Landschaft nach Norden zu Kladow und Groß Schönfeld. Diese, von der Grundmoränenlandschaft geprägte und bevorzugte Gegend, förderte neben dem Gut auch ein gesundes Bauerntum. Dazu mag auch die Zugehörigkeit zur Herrschaft Schwedt-Wildenbruch beigetragen haben. Weil die Wassermühle so weit entfernt war, entstanden in Dorfnähe Windmühlen. Das ganze Gebiet liegt auf ziemlich einheitlich 70 Metern Höhe. Lediglich nach Westen, zum Kolbitzsee hin, fällt es bis auf 45 Meter ab. Bei der Verkehrsanbindung war das Dorf benachteiligt. Der nächste Bahnhof war in Kehrberg und die einzige Straße führte von Kehrberg über Kladow zum Dorf.

Geschichte:

Nach Hoogeweg gehörte Selchow zu den Gründungsdörfern des Jungfrauenklosters von Stettin. 1297 noch bestätigte Albrecht III, Markgraf zu Brandenburg, dem Geschlecht der Wedel, dass Selchow im Herzogtum Stettin liege und Otto I. gehöre, der mit seiner Schwester Mechtild verheiratet ist. 1374 sei es dann an die Wedel verkauft worden. Linke, der sich auf Hoogeweg stützt, erwähnt das alles nicht und sagt aus, 1484 gehörte Selchow den Steinwehrs. So heißt es in einer Urkunde von Bahn bei einer Unterschrift: "Bartholomäus Steynwer, erbgesessen zu Selcho". Zuletzt taucht dieser Name in den Hufenmatrikeln 1631 auf und gibt uns den Steinwehrbesitz mit 40 Hufen an. Dann folgt das Geschlecht von Wulffen. So erfahren wir, dass diese Familie die Dorfkirche nach dem Brand von 1703 wieder aufbauen ließ. Daher hatte die Wetterfahne die Jahreszahl 1704. Die Erbin von Selchow heiratete den Kammerherrn Friedrich Heinrich von Barfuß. 1734 wurde das Gut aollodifiziert und 1735 an den Markgrafen Friedrich Wilhelm von Schwedt verkauft. Seine Tochter war mit einem Prinzen des Hauses Hohenzollern verheiratet und so kam Selchow in deren Privatbesitz. Seit 1844 war die Familie Schallehn Pächter. 1939 fand eine Teilaufsiedlung statt und Schallehn behielt zunächst das Restgut. Der letzte Besitzer war Burmeier. Die Selchower Wassermühle hatte von Wulffen bereits 1655 an Georg Neuendorf verkauft. Zuletzt wurden hier auch ein Sägewerk und eine Windmühle betrieben. Zwei weitere Windmühlen standen in Dorfnähe.

Statistische Daten:

Höhenlage: um 50 m über NN.

Zahl der Haushaltungen: 178

Einwohner: 751
- davon männlich 361
- davon unter 6 Jahren 85
- davon 6 - 14 Jahre 117
- davon 14 - 65 Jahre 443
- davon über 65 Jahre 71

nach der Tätigkeit zugehörig zu
- Land- und Forstwirtschaft 484
- Industrie und Handwerk 106
- Handel und Verkehr 10

nach der Stellung im Beruf
- Selbständige 173
- mithelfende Familienangehörige 170
- Beamte und Angestellte 30
- Arbeiter 261

Anzahl der landw. Betriebe m. Betriebsflächen
- 0,5 ha - 5,0 ha 28
- 5,0 ha - 10,0 ha 10
- 10,0 ha - 20,0 ha 35
- 20,0 ha - 100,0 ha 22
- über 100,0 ha 3

Gemeindefläche in Hektar 2.316
Gemeinde-Hektarsatz in DM 1.010

Kirche:

Die Dorfkirche wurde um die Jahrhundertwende des 13. zum 14. Jahrhunderts im Stil einer Granitquaderkirche erbaut. Um 1880 fand eine gründliche Erneuerung statt, nur die Außenwände blieben erhalten. Die Gesimse, der aus dem Dach steigende Turm, die Fensterlaibungen, die Portale, der Ostgiebel und die angebaute Apsis sind aus Ziegelsteinen. Der Turm hat noch heute die ursprünglich häufig eingebauten Mauerschlitze mit vorgesetzten Ständern. Dadurch hat die Statik Probleme, die mit vielen Ankern verbessert werden musste. Die Wetterfahne aus 1704 ist erhalten.

Gewerbe:

Durch die Teilaufsiedlung des Gutes entstanden zahlreiche kleinere Siedlungshöfe und die Bevölkerung stieg kräftig an. So war Selchow mit Handwerkern und Geschäften des täglichen Bedarfs gut versorgt.

Bauten:

Keine Bauten

Literatur: (die genauen Quellenangaben entnehmen Sie bitte dem Inhalt der Seite "Literatur")

→A.2 Berghaus 
→A.5 Brüggemann 
→Edith Brederloh / H. Kämper "Selchow" Dorfinformationen. 2001

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